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Gerade ist es hier etwas ruhiger, denn in zwei Wochen schreibe ich eine wichtige Klausur und auch sonst ist viel zu tun – noch dazu bin ich seit letzter Woche Sonntag krank. Aber ein paar Artikel habe ich zum Glück schon vorbereitet – ich muss nur noch die Zeit finden, dafür Fotos zu machen.

Es wird mal wieder Zeit für ein kleines Zero Waste Update, finde ich.
Wenn ihr mögt berichte ich euch in Zukunft öfters mal von den vielen kleine Neuigkeiten, die es in diesem Bereich so gibt. Dinge, die ich ausprobiert oder umgestellt habe. Vieles davon ist nämlich kaum geeignet, alleine einen ganzen Blogartikel zu füllen, zusammengenommen aber durchaus.

* Wir haben uns Edelstahl-Lunchboxen von “Live Without Plastic” besorgt. Ich habe mir zusätzlich eine 750ml Edelstahlflasche bestellt. Beides haben wir über Kivanta geordert. Wir essen gerne, meistens so 1x die Woche bei unserem liebsten asiatischen Imbiss. Dort gibt es super leckere, riesige und günstige Portionen – meistens bestelle ich mir den gebratenen Reis mit Tofu. Die Portionen sind aber wirklich enorm und so schaffe ich vor Ort meistens nur die Hälfte. Da ich den Rest nicht verschwenden und wegschmeißen will, bringe ich mir schon seit längerer Zeit oft eine Dose mit, um den Rest für später mitnehmen zu können. Vielen ist sowas ja unangenehm – aber ich finde es blöd, aus falschem Scham Lebensmittel, die noch frisch und super lecker sind wegzuwerfen. Außerdem ist das ja auch kein Edelrestaurant, sondern ein Imbiss, bei dem ständig Leute ihr Essen To-Go mitnehmen. Nun haben wir uns eben Dosen bestellt, in die eine ganze Portion von dort super hineinpasst. Sie sind also auch groß genug bei Ausflügen eine ordentliche Portion mitzunehmen. Ich finde die Boxen richtig schick und bin total happy mit der Kaufentscheidung. Unsere alten Plastikboxen schmeiße ich natürlich nicht weg, aber möchte sie gerne nach und nach reduzieren.

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*Auch Strohhälme gibt es ohne Plastik. Weil ich Kakao, Smoothies und Co ganz gerne mal mit Strohhalm trinke, habe ich ein Set mit 8 Edelstahlstohhalmen bestellt. Damit haben wir auch für Cocktailabende mit Freunden genug da. Die Strohhalme sind eine Anschaffung für die Ewigkeit und ich brauche in Zukunft keine aus Plastik mehr. Yey!

*Ich habe zeitgleich mit meinem Beschluss, mein Leben müllfreier zu gestalten angefangen, kräftig auszumisten. Kistenweise Bücher, Deko und Krimskrams sind schon aussortiert. Manches musste ich entsorgen, aber die meisten Sachen sind noch zu gebrauchen und werden von uns bald in den Umsonstladen des Autonomen Zentrums Köln gebracht. Manches habe ich auch verkauft, vor allem Comics und so. Bisher kam alleine an Zeug was ich spenden möchte ein über 2 Meter hoher Turm an grünen Klappkisten zusammen (die sind 60x40cm groß). Und Kleidung sowie Küchenutensilien sind da noch gar nicht dabei, denn diese beiden Räume haben meine radikale Entrümplungskurz noch vor sich. Wie in einer perfekten Minimalistenwohnung wird es hier auch danach nicht aussehen, aber einen großen Effekt merke ich schon. Ich habe im Wohnzimmer sogar zwei ganze Regale fast komplett frei gemacht – eines davon kam nun ins Schlafzimmer, jetzt wirkt der Wohnraum direkt viel heller und größer. Mich macht das Ausmisten richtig glücklich – es befreit wahnsinnig. Wenn ich damit fertig bin wird die Wohnung sicherlich viel schöner sein – es ist ein erster Schritt. Irgendwann bin ich dann eventuell minimalistisch genug für eine zweite Entrümplungswelle, aber damit lasse ich mir Zeit. Ich glaube, sowas ist ein Prozess und muss kein plötzlicher Schnitt sein. So wie es momentan läuft, tut es mir gut und ich habe nicht das Gefühl, Dinge gehen lassen zu müssen, die mir zu sehr am Herzen liegen – trotzdem kommt sehr viel weg.

*In Sachen Zero Waste mit Katzen geht es stückchenweise voran. Ich habe uns eine Packung vom Cat´s Best Öko Plus bestellt – denn es ist biologisch abbaubar, regional hergestellt und nur in Papier verpackt (ganz im Gegensatz zu dem Streu was wir bisher nutzten). Bisher habe ich damit aber nur eine der 4 Katzentoiletten befüllt, weil Katzen ja leider oft gar kein Verständnis für Veränderungen jeglicher Art haben. Daher will ich das langsam vollziehen und hoffe, dass die 3 Schweinchen mitmachen. Bisher sieht es aber so aus, als könnte das klappen. Ich finde das Streu auch ansonsten viel besser. Es klumpt zwar nicht ganz so gut wie das alte, aber dafür stinkt und staubt es auch viel weniger bzw. praktisch gar nicht.

*Mit Netzen, Beuteln & Co einkaufen ist für mich inzwischen Routine geworden. Beim Bäcker habe ich immer einen Brotbeutel dabei. Das wird auch jedes Mal sehr positiv von den Verkäuferinnen kommentiert. Auch für den Einkauf von losem Gemüse, Kräutern oder Obst habe ich spezielle Taschen dabei. Über das müllfreie Einkaufen werden hier definitiv noch einige Blogartikel folgen, in denen ich das Thema ein wenig vertiefe. Es sei auf jeden Fall schon mal gesagt: Die meisten Basics wie Brot, Kartoffeln, Obst & Gemüse plastikfrei einkaufen ist kein Hexenwerk, auch ohne Unverpackt Laden in der Nähe. 🙂

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*Mit Freude habe ich festgestellt, dass der Karstadt in Köln eine Feinkost-Schokoladentheke hat, an der man mehrere Sorten vegane Edelbitterschokolade (u.a. mit Mandeln und Haselnüssen! OM NOM!) bekommt – die Schokolade direkt in mein Beutelchen packen zu lassen war kein Problem. Zwar zahlt man dort auch echt hohe Feinkostpreise, aber die Schokolade war auch wirklich sehr, sehr lecker und wenn ich da alle 1-2 Monate mal ein paar Stückchen kaufe, ist das in Ordnung. Wenn ich in der Zwischenzeit Schokohunger habe, kann ich ja auch etwas backen oder Kakao trinken 😀

*Letztens haben wir zum ersten Mal bei “Vom Fass” eingekauft. Dort kann man sich Öle, Essige, aber auch Whisky und anderes vom Fass in wiederverwendbare Flaschen abfüllen. Ich liebe dieses Konzept. Die Produkte sind ziemlich teuer, aber auch extrem hochwertig. Wir haben einen Mango- und einen Dattelessig gekauft und ich habe nie etwas besseres gekostet. Durch den Preis ist das für mich keine ausschließliche Lösung, aber schon mal ein guter Anfang.

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*Ich mache mir immer wieder Gedanken darüber, wie weit ich den Zero Waste Lifestyle für mich umsetzen kann, ohne wegen des Gefühls, zu sehr verzichten zu müssen, unglücklich zu werden. Zur Zeit ist mein Plan, nach und nach alles so gut und nachhaltig wie möglich umzustellen und auf so viele Zero Waste freundliche Alternativen wie möglich zurückzugreifen. Aber gleichzeitig will ich mir auch nicht alles für immer verbieten. Seit meiner Umstellung habe ich z.B. keine fertige Pflanzenmilch, keine verpackten Süßigkeiten oder vegane Fleischalternativen mehr gekauft. Milch und Seitan mache ich selber – Süßigkeiten auch – eben in Form von einem Keks oder so. Und hin und wieder rette ich dann ja auch mal Tofuwürstchen über Foodsharing, die ich natürlich esse und nicht wegschmeiße – warum ich das nicht als Müll, den ich produziere ansehe, hatte ich ja hier schon mal geschrieben. Zur Zeit bin ich mit dieser Routine sehr glücklich und empfinde es nicht als Verzicht. Aber wenn ich dann mal über irgendein Produkt stolpern werde, was ich einfach unbedingt haben bzw. ausprobieren möchte, dann werde ich es mir nicht verbieten. Ich werde aber versuchen, darauf zu achten solche Ausnahmen wirklich Ausnahmen bleiben zu lassen. Ein Beispiel, bei dem ich alle meine löblichen Vorsätze zumindest kurzzeitig brechen werde kenne ich jetzt schon. Und zwar wird das der Tag sein, an dem es in Deutschland das vegane Ben & Jerrys Eis zu kaufen gibt. Ich habe dieses Eis früher so sehr geliebt und ich muss und will das einfach probieren. Ich finde das aber auch nicht so dramatisch. Ich will mir selbst keine absolut festen Dogmen auferlegen, ich will versuchen, so gut und so nachhaltig zu leben wie ich kann. Damit reduziere ich dann schon eine ganz erhebliche Menge Müll und tue viel gutes für die Umwelt. Hier und da eine winzige Ausnahme macht all diese positiven Veränderungen nicht weniger Wert – hält mich aber bei Laune, damit weiterzumachen, weil ich mir nichts verbieten muss, was ich hin und wieder mal absolut haben will. Wie seht ihr das? Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen es total konsequent schaffen so etwas durchzuziehen und nehme mir das stets als Vorbild. Aber auch wenn ich selbst vielleicht nur die 70, 80 oder 90% von dem schaffe, ist das schon ein riesen Schritt im Vergleich dazu, wie viel Plastik sonst so um mich herum konsumiert wird.

Apfelmädchen und sadfsh beschäftigen sich gerade übrigens auch mit dem Thema Zero Waste. Und sie schreiben immer viele tolle Dinge zum Thema Minimalismus 🙂

Habt ein schönes Wochenende! Zum Schluss mag ich euch noch diese wunderschöne Katze zeigen. Sie ist Mitglied einer 11-köpfigen, ziemlich wilden (Anfassen ist nicht!) aber wohl zum Glück kastrierten Katzengang in einem kleinen Waldgebiet hier in der Nähe <3 IMG_20160211_101654 Kategorie: Alltag, Gedanken, Konsum, Lebensmittel, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Zero Waste Schlagwort: Minimalismus, Müllfasten, Nachhaltigkeit, Plastikfrei, Umweltschutz, Zero Waste, ZeroWaste Lifestyle